Jens Bleck (Foto: privat)

Initiative Jens Bleck

Bürger fordern Klarheit!

In der Nacht des 8./9. November 2013 kam Jens Henrik Bleck in Bad Honnef vor der Diskothek »Rheinsubstanz« im Rhein ums Leben. Der Tod des 19-jährigen Studenten ist bis heute nicht aufgeklärt.

Die Initiative lädt sehr herzlich zu der Andacht für Jens Bleck am 5. Dezember 2019 um 18 Uhr in die Pauluskirche in Friesdorf ein.

Dort wird der Brief an den Justizminister verlesen. Danach liegt er zur Unterschrift aus.

Die Initiative bittet zudem noch einmal um Spenden: Mit dem Geld soll eine Online-Petition an Herrn Peter Biesenbach, Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen, finanziert werden. Ziel ist es, mit der Mobilisierung einer größeren Öffentlichkeit zu erreichen, dass die Ermittlungen im Fall Jens Bleck erneut aufgenommen werden.
Spendenkonto: Sparkasse KölnBonn IBAN: DE65 3705 0198 1933 5488 42 ; BIC: COLSDE33XXX

Bonn, 5.12.2019

Herrn Minister Peter Biesenbach
Justizministerium NRW

Sehr geehrter Herr Minister Biesenbach,

mit diesem Brief, unterzeichnet von Bonner Bürgerinnen und Bürgern nach dem Gedenkgottesdienst am 5. Dezember in der Bonner Pauluskirche für den am 9. November 2013 ungeklärt zu Tode gekommenen Studenten Jens Bleck, wenden wir uns an Sie. Wir bitten Sie, die immer noch höchst mysteriösen Tatumstände durch eine bislang mit dem Fall nicht befasste Staatsanwaltschaft aufklären zu lassen. Ihnen und Ihrem Staatssekretär Dirk Wedel ist der Fall persönlich bekannt: Herr Wedel hatte im Jahr 2016 als Oppositionspolitiker den Fall in den Rechtsausschuss des Landtages gebracht. Dort waren auch Sie als Fraktionssprecher der CDU anwesend.

Wir wissen, dass die Generalstaatsanwaltschaft Köln die Beschwerde der Eltern gegen die Einstellung der Ermittlungen durch die Bonner Staatsanwaltschaft zurückgewiesen hat. Ungeachtet dessen und weiterer möglicher juristischer Schritte der Eltern sehen wir zwei entscheidende Gründe für Ihre jetzt von uns erbetene Initiative: Viele Bürgerinnen und Bürger – nicht nur in unserer Stadt – sind der Überzeugung, dass die Bonner Staatsanwaltschaft zahlreiche Fehler und Unterlassungen begangen hat. Diese Aufklärungsmängel lassen vermuten, dass bei der Tat ein Bezug zum Drogenmilieu, zu Rockerbanden und damit zur organisierten Kriminalität nicht auszuschließen ist, und dass deshalb die nähere Befassung mit diesem Bereich und die strafrechtliche Verfolgung gescheut werden.

Festzuhalten ist, dass das Vertrauen der Bürgerschaft in die Bonner Ermittlungsbehörden stark erschüttert ist. Wir alle, nicht nur die Eltern, erwarten entschiedene Aufklärung. Sie, Herr Minister, haben die Möglichkeit als oberster Dienstherr in diesem prominenten Fall das Vertrauen der Bürgerschaft in den Rechtsstaat wieder herzustellen.

Es bedarf dazu der engagierten Suche nach neuen Ermittlungsansätzen durch eine neu mit dem Fall betraute andere Staatsanwaltschaft. Nur so wird den Eltern Gewissheit gegeben, nur so werden den vielen Menschen ihre Sicherheitsängste und ihre Zweifel am Aufklärungswillen der Ermittlungs-behörden genommen.

Durch die aktuelle Veröffentlichung des Romans „Endstation“ des General-Anzeiger-Chefreporters Wolfgang Kaes, der seit vielen Jahren für seine Zeitung in dem Fall recherchiert, kommen immer mehr Menschen auf uns zu. Sie erwarten ein Handeln des Staates zum Schutz seiner Bürgerinnen und Bürger. Wir verweisen diese Menschen auf den vorliegenden Brief an Sie sowie auf die geplanten weiteren Aktionen in den Sozialen Medien sowie im Fernsehen. Bitte nehmen Sie sich dieses solange schon so Viele beunruhigenden Falles an.

Mit freundlichen Grüßen
für die Initiative Jan Maresch und Änne von Bülow

Bitte weitersagen! Bitte helft uns, die Informationen und Aufrufe (sachlich) zu verbreiten. Wir hoffen, auf diese Weise Personen zu erreichen, die zur Klärung beitragen können. Bei den neuen Ermittlungen zählt jedes Detail.

Informationen

Mehr Hintergrundinformation →

Fragen über Fragen

Die Fragen, die die Initiative vor mehr als einem Jahr in einem offenen Brief mit über 100 Unterschriften an den Justizminister NRW gestellt hat, sind nicht beantwortet:

  • Wie kommt es, dass die Polizei dem jungen Mann nicht geholfen hat, obwohl er sie dreimal mit erkennbarer Angst um Hilfe gebeten hat?
  • Wie kommt es, dass die Polizei dann, als der junge Mann in den Rhein geraten war, sofort von einem Suizid ausging und Ermittlungen erst nach Tagen aufnahm?
  • Wieso hat die Polizei fälschlich behauptet, den Geldbeutel des Ertrunkenen am Ufer gefunden zu haben, obwohl sie ihn Jens Bleck abnahm, als er um Hilfe bat (Aussage der 10 m entfernt parkenden Taxifahrer)?
  • Wie kann es sein, dass die Staatsanwaltschaft Bonn fast ein halbes Jahr immer wieder die Akten nach Köln sandte mit der Behauptung, die StA Köln sei zuständig, so dass wichtige Ermittlungszeit vertan wurde?
  • Wieso ging die StA Bonn, nachdem sie ihre Zuständigkeit nicht mehr abstreiten konnte, und nachdem auch geklärt war, dass es ein Suizid nicht gewesen sein konnte, wieder vorschnell von einem Unfall aus? Dies, obwohl inzwischen Aussagen, Videos etc. deutliche Hinweise auf einen gewalttätigen Tathergang schließen ließen.
  • Wie kann es sein, dass erst nachdem die Presse [konkret der General-Anzeiger] sich im Herbst 2014 der Sache annahm, wichtige Zeugen vernommen und Beweismittel herangezogen wurden?
  • Wieso erhält die zuständige Staatsanwältin die Anweisung, nur vor der Disco, nicht in ihr zu ermitteln? Und wieso stellt die StA Bonn die Ermittlungen dann ein, obwohl durch die Arbeit der Kollegin sich inzwischen gegen einzelne Personen der Verdacht einer Beteiligung deutlich verdichtet hatte?

Die Generalstaatsanwältin Köln hat jetzt die Staatsanwaltschaft Bonn angewiesen, die Ermittlungen wieder aufzunehmen.

Zur Unterstützung der wiederaufgenommenen Ermittlungen setzt die Initiative-Jens-Bleck eine Belohnung von insgesamt bis zu 17.000 € aus (siehe offiziellen Auslobungtext). Die Initiative bat am 23. Januar 2017 die Generalstaatsanwaltschaft Köln, die Spenden als Belohnung durch die Staatsanwaltschaft Bonn ausloben zu lassen. Die Staatsanwaltschaft Bonn teilte der Initiative am 18.2.2017 mit, dass Geldbeträge, die der Staatsanwaltschaft von privater Seite zur Auslobung von Belohnungen angeboten werden, durch die Staatsanwaltschaft nicht angenommen werden dürfen. Daher setzt die Initiative die Belohnung nun selbst aus.